In 2007 zur Förderung ausgewählte Projekte
Die Jury hat entschieden...

Am 23. Oktober trafen sich sieben Kinder und Jugendliche zur Jurysitzung der Junioren. Ihre Bewertung der eingereichten Projekte bestimmte das endgültige Ergebnis mit halbem Stimmenanteil aller teilnehmenden Juroren des Förderpreises.

Dieses wurde am 30. Oktober während der Jurysitzung der Senioren festgestellt. In diesem Jahr nahmen daran neun Fachleute teil. Sie führten die jeweiligen Abstimmungsergebnisse für die Endauswertung zusammen.

Alle Juroren hatten sich zuvor intensiv mit den insgesamt zweiundzwanzig eingegangen Projektvorschlägen befasst, diskutierten diese ausführlich und wählten schließlich sieben davon aus zur Förderung in diesem Jahr:

"Café Olé "
(Gesamtschule Winterhude)

Im Mittelpunkt stehen hier lebenspraktische Lernangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen der Jahrgangsstufen 5-7, die das Schüler-Café als Lernwerkstatt betreiben. Ihre nicht behinderten Mitschülerinnen und -Schüler bieten Anleitung, wenn diese gebraucht wird.

Die Nachfrage ist groß, „Café Olé zu machen“, und das Café ist gut besucht. Zwei gute Gründe, um die Öffnungszeiten zu ver- längern und das Angebot zu erweitern.

Auch Gäste aus dem benachbarten Seniorenheim sollen sich hier künftig wohlfühlen können. Anschaffen möchten die Jugendlichen neue Geräte für das Speisen- und Getränkeangebot, Spiele, Zeitungen und weitere Sitzgelegenheiten, die auch für ältere Menschen geeignet sind.

"Spiel- und Lerngarten für Kinder "
(Vorschulgruppe beim Schäferhof, Langenhorn)

Spiel- und Lerngarten für Kinder
Kinder setzen sich ein für lebendige Vielfalt in ihrer Umgebung.

Nur eine Sandkiste findet Platz auf dem Außengelände der Vorschulgruppe. Das ist den Kindern entschieden zu wenig. Ein freier Zugang zum Nachbargelände und die eigenständige Nutzung des brachliegenden Teils ist ihre langgehegte Vision, die jetzt Gestalt annehmen könnte.

Es ist ihnen gelungen, den Pächter und auch den Eigentümer für ihre Idee zu begeistern, dort einen naturnahen Spiel- und Lerngarten anlegen zu wollen. Ein langfristiger Vertrag soll das Nutzungsrecht ermöglichen und einen Beitrag zu Artenschutz und mehr Natur in der Stadt. Der Nachbar ist Gastronom und freut sich auch für die Kinder seiner Gäste. Sie wären ab Nachmittag in den Garten eingeladen.

Die Planung umfasst den Rückschnitt des Wildwuchses, die sichere Einzäunung und den Einbau von Pforten. Mit Pflanzbeeten, einer Feuerstelle und Material zum Klettern, Schaukeln und Höhlenbau soll begonnen werden. Wenn bald Frösche im Sumpfbeet hüpfen, Bienen und Schmetterlinge als Nahrung Wildblumen vorfinden, Igel im Reisighaufen ihr Winterquartier nehmen können, ist hier ein Stückchen "freie Natur" der beste Spielplatz geworden.

"ANTI-STREITwagen "
(Erich Kästner-Gesamtschule, Berne)

Ein Bauwagen steht dort, wo gearbeitet, etwas ver- ändert oder verbessert wird; hier als Arbeitsraum für Streitschlichter.

Die Streitschlichter dieser Schule möchten einen ausgedienten Bauwagen erwerben, der als Streitschlichterraum mitten auf dem Schulhof platziert werden soll.

Dadurch würde ihre unmittelbare Erreichbarkeit im Bedarfsfall und die erforderliche ungestörte Gesprächsarbeit mit streitenden Schülerinnen oder Schülern wesentlich erleichtert werden, denn aufgrund von Raumknappheit verfügen die Streitschlichter über keinen eigenen Raum im Schulgebäude.

Für den Ausbau entwickelten sie ein Konzept, das alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7-13 an der Gestaltung und den handwerklichen Arbeiten beteiligt. Gemeinsam in Arbeitsgruppen werden sie den Bauwagen selbst instandsetzen, anstreichen und einrichten und alle anfallenden Arbeiten in Eigenverantwortung erledigen. Während der drei Stunden Gesamtunterricht pro Woche wird jede Klasse an dem Wagen mitbauen.

"Solarbetriebene Bienenheizung "
(Otto-Hahn-Schule, Jenfeld)

„Inzwischen fehlt den Bienen auch der Mensch, der ihnen Unterkunft bietet. In der freien Natur ist kaum noch Platz für sie. Aber auch die Imker sterben aus, weil sie, wie in Deutschland, oft Hobby-Imker sind, Pensionäre, die sich die Anschaffung neuer und die Versorgung kranker Völker in jedem Frühling aufs Neue nicht mehr leisten können.“
Quelle: „Rätselhafter Exitus der Bienen“, Süddeutsche Zeitung, 12.03.2007

Das Überleben des Bienenvolks dieser schuleigenen Imkerei soll in jedem Fall gesichert werden.
 
Daher beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 e mit der Konstruktion einer solarbetriebenen Bienenheizung, die dem Bienenstock dann fehlende Wärme zuführt, wenn es den Bienen nicht gelingt, selbst ausreichende Temperaturen zu produzieren.

Der Bau kann bald beginnen, denn Bauanleitung, Elektroschaltplan und Einkaufsliste liegen schon vor,

 "[FIT]: Schüler fördern Schüler"
 (Gesamtschule Am Heidberg, Langenhorn)

[FIT: Fördern, integrieren, trainieren]
„Jeder trägt sein Bestes dazu bei, damit Lernen gelingt.“

Das „FIT Projekt“ will anknüpfen an die überzeugenden Lernerfolge, die mittels Lesepatenschaften bereits erzielt werden. Bei „FIT“ steht das Lernen im Mittelpunkt, daneben Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Erweiterung der Sozialkontakte.

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse. Sie können sich in vielen Dingen des Schülerlebens an Zehntklässer wenden, die an der Schule ein Sozialpraktikum leisten, oder an Mitschülerinnen und -Schüler der Oberstufe, die in den Nachmittagsstunden ehrenamtlich einiges anzubieten haben:

Hausaufgabenbetreuung, fachliche Nachhilfe, Anleitung zu einem sinnvollen Strukturieren von Lernstoff und dem Erlernen hilfreicher Lerntechniken. Auch bei der Organisation des Arbeitsmaterials bis hin zum Packen der Schultasche wollen sie den Jüngeren zur Seite stehen.

„Fit" gemacht werden soll zunächst der zur Verfügung gestellte Klassenraum: Zum einladenden Treffpunkt für ein regelmäßiges gemeinsames Lernen und zur Freizeitgestaltung. Es fehlen noch Arbeitsmittel, Möbel, Spiele ... - und eine Küchenausstattung, da ein gemeinsames kleines Mittagessen angeboten werden soll, das in einer Arbeitsgruppe zubereiten wird. Davon kann manches mit Unterstützung des Förderpreises angeschafft werden.

"ArtLab "
(Gesamtschule Winterhude)

„Schule soll erfahren werden als Gestaltungsort, der in die Stadt ausstrahlt.“

"ArtLab" nennt sich die Schülergruppe der Jahrgangstufen 8-10. Sie experimentiert mit Musik, Bewegung, Sprache, Fotografie, Video, Analogem und Digitalem.

In ihrem Kunstlabor entstehen Performances zur Aufführung in Schule und Stadtteil, die zu neuen Erlebnissen jenseits herkömmlicher Hör- und Sehgewohnheiten einladen wollen. Gefördert wird ein Prozess des „sich Einlassens auf eigene bedeutsame Schwerpunkte – und die anderer.“

Ziele sind das Gewinnen weiterer - auch schulexterner - Akteure im „ArtLab“ und dessen Installation als gut ausgestattete Produktionsstätte und feste Größe in der Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen zwischen Schule und Stadtdteil. Dafür möchte die Gruppe den Materialfundus auffüllen und technische Geräte und Musikinstrumente anschaffen.

"Aktive Pause"
 (Förderschule Bindfeldweg, Niendorf)

„Wohin mit neuen Spielgeräten für die aktive Pause?“ fragten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 3-7 dieser Förderschule.

Für den Bau eines Holzhauses fehlten die Mittel, obwohl das Angebot zum Bau auf Selbstkostenbasis einer Berufs- vorbereitungsklasse vorliegt, die von ehemaligen Förderschülern besucht wird.

Mit einem Zuschuss zu den Materialkosten über den Förderpreis kann die Berufsvorbereitungsklasse für die Jüngeren tätig werden und erlangt mit den gewonnenen praktischen Erfahrungen bei der Realisierung eines größeren Holzbauprojektes eine gute Vorbereitung auf die spätere Arbeit im Beruf.


Herzlichen Glückwunsch!


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